Als ich im Spätsommer, die Nachmittagssonne genoss, da verspürte ich neben der Entspannung auch so etwas wie Wehmut, ein Gefühl des „nicht enden lassen“ wollen´s. Weil der Sommer, die Energie die ich durch ihn bekomme hatte, einfach zu schön war. Ich wollte mehr! Doch nun, 4 Monate später, im Hier und Jetzt, würde ich mich freuen wenn der Tag mit seiner scheinbar immer wiederkehrenden Trübheit, schneller den gemütlichen Teil des Abends einläuten würde. Kerzen an, Beine hoch!

Wie sehen nur die Menschen aus, die  verzweifelt nach Geschenken shoppen, ohne überhaupt ein Gespür dafür zu haben, wie sehr sie mit ihren stressverzehrten Mienen auch Ihren Mitmenschen  förmlich den Tag vermiesen können. Jede Verkäuferin hätte mehr Spaß im Lager, als am Wühltisch und hinter der Kasse im Geschäft. Woran liegt es also, das jedes Jahr zu selben Zeit, die Leute anfangen sich zu benehmen, als hätten Sie gerade zum ersten Mal vor einer Woche gehört, das in diesem Jahr WEIHNACHTEN gefeiert wird.

Betrachtet man das Problem als erstes aus finanzieller Sicht, dann wird einem schnell klar, dass es natürlich so weit wie Möglich auf die lange Bank geschoben wird, bis Weihnachten schon knapp vor der Tür steht. Nur, um eventuell noch den einen oder anderen Groschen für das besondere Geschenk sparen zu können. Und doch, wie ärgerlich,  merkten jetzt bereits die Meisten, dass sich kein einziger Euro angespart hatte, weil das Auto in die Werkstatt musste, weil die Telefonrechnung zu teuer war, weil der Bruder, der Onkel, die Tante und die Lieblingsoma noch Geburtstag hatten. Und das alles kurz zuvor. Ja kein Wunder also, dass das Stress verursacht, oder?

Wenn man das Ganze nun aus sozialer Sicht betrachtet, dann steckt man es als oberste Priorität, das der liebste Schatz, Mutti und die Kinder auch zu Ihren Geschenken kommen. Auch Oma hat schon so oft von der Heizdecke gesprochen, das es unmöglich wäre, sie wieder zu vertrösten. Denn, Weihnachten ist ja nur ein Mal im Jahr.

Aber, die Frage ist doch, möchte ICH eigentlich Ruhe oder Stress?  Stress weil er mir Spaß macht, oder Stress, der nicht zu vermeiden ist! Ich gehe in mich, nehme mir eine kleine Auszeit, gehe die Dinge einmal gedanklich durch.

Ich überlege mir zunächst, ob ich für jeden ein Geschenk kaufen möchte. Wenn ja, was soll es denn bloß sein? Sofort erkenne ich aber die Priorität. Ich erkenne, das ich allen eine Freude machen möchte, dass aber auf besonderem und vor allem einfachem Wege. Denn der Gedanke an das Gerenne von Shop zu Shop und Laden zu Laden, ist nicht besonders attraktiv und vor allem eines: Stressig! Stress fördert nicht nur Bluthochdruck, Schlafstörungen und Verspannungen. Nein, er sorgt auch dafür, dass wir uns gegenüber anderen Menschen nicht gerecht verhalten. Um nicht noch unter dem Weihnachtsbaum zu schmollen, beginne ich in aller Ruhe damit, eine Gemeinsamkeit innerhalb der Familie zu finden. bei den einen ist es die Vorliebe für den Fussball, bei den anderen das Essen. Bei uns ist es das Märchen „Drei Haselnüsse für Aschenbrödel“. Ganz verträumt und über Generationen abgespielt. Also buche ich Karten  für einen Tagestrip auf ein bekanntes Schloss, drucke die Karten bequem zu Hause aus und mache zugleich eine Menge Kreuze auf meiner Personen-Geschenke-Liste. Damit habe ich soeben 4 Fliegen mit einer Klappe geschlagen. Erstens, überrasche ich alle Frauen meiner Familie mit einem Besuch auf dem Schloss, auf dem ihr Lieblingsmärchen gedreht wurde. Zweites, kosten die Karten dafür gar nicht so viel und Drittens, (darum geht es ja) habe ich meine Familie an diesem Tag um mich herum und verlebe gemeinsam mit ihnen eine schöne Zeit, an die wir uns sicherlich alle gern erinnern werden. Und zu guter Letzt habe ich mir den Weg in das völlig überfüllte Shoppingcenter gespart und lächle, weil ich wesentlich gelassener bin als der Rest der gestressten Bevölkerung.

Mit meinem Partner habe ich beschlossen, das Geld was wir in unsere Geschenke gesteckt hätten, gemeinsam in ein gemütliches, romantisches Winterwochenende nach den Feiertagen zu investieren um uns gegenseitig den Stress zu ersparen. Und den Herren der Familie, außer einem Weihnachtsbier und einer guten Tafel Schokolade, werde ich nichts zu kaufen. Dies geschieht auf ausdrücklichen Wunsch. Sicherlich kennt ihr den Satz: „Ich wünsche mir nichts!“ Also,  habe ich doch wieder Glück gehabt.

Fazit: ein bisschen mehr Gelassenheit zur Weihnachtszeit, und schon spart man sich viel Zeit und Nerven und bereitet doch den Liebsten eine wunderbare Freude, wenn man versteht worum es bei diesem Fest eigentlich geht: um das Zusammensein und die GUTE Laune.
Also, Gans in den Ofen, Familie eingeladen, Tagesausflug planen oder ein gemeinsames Essen im Lieblingsrestaurant der Oma verschenken, so sind alle glücklich und auch Du!

Nun kann Weihnachten ja kommen!

Au revoir,

Denise

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Photo: © Marco2811 – Fotolia.com